Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung beträgt 2025 mindestens 682 € brutto im ersten Lehrjahr. Viele Betriebe zahlen deutlich mehr – gute Branchen kommen auf 900–1.200 €. Ob das Gehalt zum Leben reicht, hängt stark vom Wohnort ab. Diese Seite zeigt die realen Zahlen.
Mindestausbildungsvergütung
Seit 2020 gibt es in Deutschland eine gesetzlich festgelegte Mindestausbildungsvergütung. Sie steigt jährlich und gilt als Untergrenze. Tarifgebundene Betriebe und größere Unternehmen zahlen in der Regel deutlich mehr.
Was der Gesetzgeber garantiert – und was Betriebe tatsächlich zahlen
| Lehrjahr | Mindestvergütung brutto | Steigerung |
|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | 682 € | Basiswert |
| 2. Lehrjahr | 802 € | + 18 % |
| 3. Lehrjahr | 868 € | + 27 % |
| 4. Lehrjahr (falls vorhanden) | 909 € | + 33 % |
Liegt die Ausbildungsvergütung unter 538 € brutto pro Monat (Geringfügigkeitsgrenze), entfallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für Azubis. Bei höheren Vergütungen gelten die regulären Sätze – Azubis zahlen also den Arbeitnehmeranteil der Sozialabgaben. Einkommensteuer fällt bei Vergütungen unter ca. 1.300 € brutto in der Regel nicht an, weil der Grundfreibetrag (2025: 11.784 € jährlich) nicht erreicht wird.
Branchenvergleich · 1. Lehrjahr
Die Spanne ist groß. Wer in der Industrie oder im Bankwesen ausgebildet wird, verdient deutlich mehr als im Handel oder in der Gastronomie – mit teils dem Doppelten des gesetzlichen Minimums.
680 – 850 €
brutto / Monat, 1. Lehrjahr
800 – 1.100 €
brutto / Monat, 1. Lehrjahr
1.000 – 1.300 €
brutto / Monat, 1. Lehrjahr
Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis tariflicher und üblicher Vergütungen 2025. Die tatsächliche Vergütung steht im Ausbildungsvertrag und kann je nach Betrieb, Region und Tarifbindung abweichen.
Vom Brutto zum Netto
Zwei Beispielrechnungen für das erste Lehrjahr – ein niedriges und ein mittleres Brutto. Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden hälftig vom Azubi getragen. Einkommensteuer fällt bei diesen Beträgen nicht an.
682 € brutto
Gesetzliches Minimum, 1. Lehrjahr 2025
1.000 € brutto
Mittlere Vergütung, z. B. Fachinformatiker, 1. Lehrjahr
Lebenshaltungskosten
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Ausbildungsberuf, den Betrieb und den Wohnort an. Im Minimum-Bereich ist es knapp – besonders in Städten wie München oder Frankfurt. In kleineren Städten und mit einer vom Betrieb geförderten Unterkunft kann es funktionieren.
Was pro Monat realistisch anfällt – und wo Puffer möglich ist
| Ausgabe | Kleinststadt / ländlich | Großstadt |
|---|---|---|
| Miete (WG-Zimmer) | 300 – 500 € | 500 – 900 € |
| Lebensmittel | 180 – 250 € | 220 – 300 € |
| Krankenversicherung | gesetzlich, im Gehalt enthalten | |
| ÖPNV / Fahrtkosten | 50 – 100 € | 80 – 120 € |
| Telefon & Internet | 30 – 50 € | 30 – 50 € |
| Kleidung, Freizeit, Sonstiges | 100 – 150 € | 120 – 180 € |
| Gesamt ca. | 660 – 1.050 € | 950 – 1.550 € |
Einige Betriebe stellen Azubis günstige Unterkünfte zur Verfügung oder zahlen Fahrtkosten. Wer in einer Berufsschule mit Wohnheim-Angebot ausgebildet wird (z. B. in bestimmten Pflegeberufen oder im Handwerk), kann die Miete erheblich senken.
Azubis haben außerdem Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Bundesagentur für Arbeit, wenn die Ausbildungsvergütung nicht zum Lebensunterhalt reicht und sie nicht bei den Eltern wohnen können. Für internationale Azubis gelten besondere Voraussetzungen – Beratung durch die Bundesagentur empfohlen.
Perspektive
Die Ausbildungsvergütung ist temporär. Das Gehalt nach dem Abschluss ist ein anderes – und die Aufenthaltsperspektive ebenfalls.
Mit einem deutschen Ausbildungsabschluss steigt das Gehalt sofort deutlich. Typische Einstiegsgehälter nach Abschluss – je nach Beruf und Region:
Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, kann nach § 18a AufenthG eine Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung beantragen – ohne erneute Ausreise und ohne neues Visumverfahren. Das ist einer der direktesten Wege zur dauerhaften Niederlassung in Deutschland.
Die Ausbildung ist kein Endpunkt. Techniker, Meister, betriebswirtschaftliche Weiterbildungen oder ein Studium (auch ohne Abitur, mit Ausbildung und Berufserfahrung) sind möglich. Das deutsche Berufsbildungssystem ermöglicht einen schrittweisen Karriereaufstieg nach dem Abschluss.
Nächste Schritte
Du kennst jetzt die realen Zahlen.
Lass klären, ob dein Beruf und dein Wohnort zusammenpassen.
Kostenfrei · Ohne Verpflichtung · 30–45 Minuten
Stand: Mai 2026. Lalmano prüft Inhalte redaktionell und orientiert sich an offiziellen Informationen, unter anderem von Auswärtigem Amt, BAMF und Make it in Germany. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.